Die Kunst des Klagens

Die Kunst des Klagens
(DEUTSCH, ENGLISH, NEDERLANDS)
Song: Klage (D) – Created with AI assistance

Audio: Die Kunst des Klagens

Meckern ist etwas anderes als Klagen. Wir meckern schnell, ausgiebig, und eigentlich gilt das als völlig selbstverständlich. Wer meckert nicht über das Wetter (zu warm, zu kalt, zu nass, zu trocken), über die Bahn, die wieder Verspätung hat, über die Nachbarn, die schon wieder die Musik so laut haben? Aber wirklich klagen trauen wir uns kaum, oder vielleicht können wir es auch gar nicht richtig, weil wir es nie gelernt haben. In unserer Kultur gilt Klage schnell als Schwäche, als etwas, das man besser für sich behält oder schnell wieder wegsteckt. Darin unterscheidet sich unsere Kultur enorm von manchen anderen Kulturen im Nahen Osten.

Dabei ist der Unterschied eigentlich einfach: Meckern hat kein Ziel und richtet sich an niemanden. Man dreht sich im Kreis, ohne dass es irgendwohin führt. Klage dagegen richtet sich an etwas oder jemanden, sie hat ein Ziel, und sie sucht einen Ausweg, nicht nur Entlastung.

Wir sagen oft, wir dürfen nicht klagen. Aber warum eigentlich nicht? Wir haben nun mal unterschiedliche Gefühle. Manchmal sind wir fröhlich, manchmal eben nicht. Manchmal ist eine Situation einfach schwierig, und man fühlt sich traurig, verletzt oder enttäuscht. Warum sollte man das nicht aussprechen dürfen? Es tut gut. Manchmal darf man da einfach ein bisschen drin verweilen, und das ist auch gesund.

Dafür gibt es übrigens auch eine psychologische Erklärung, das habe ich gelesen. Der Effekt heißt offenbar affect labeling: Wenn du ein Gefühl konkret benennst, ich bin verletzt, das fühlt sich ungerecht an, ich bin total gestresst, ratlos und so weiter, beruhigt sich messbar die Aktivität in dem Teil des Gehirns, der Angst und Stress steuert, der Amygdala. Das Gefühl bleibt real, aber es verliert einen Teil seiner überwältigenden Kraft, einfach dadurch, dass es Worte bekommt.

Wer negative Gefühle stattdessen dauerhaft verdrängt, wird sie meistens trotzdem nicht los, nur auf Umwegen, als Grübeln, als Anspannung, als schlechter Schlaf. Das Gefühl verschwindet nicht, es verschiebt sich nur. Man braucht Momente, in denen man sich der Verzweiflung wirklich zuwendet, und Momente, in denen man sich wieder dem Alltag zuwendet.

Aber noch einmal zurück zu einem kurzen Wort, das ich vorhin nur nebenbei erwähnt habe. Verzweiflung. Kennst du dieses Gefühl? Totale Ratlosigkeit, bei der du mitten in einer Situation steckst und einfach kein Licht siehst. Keine Hoffnung. Keinen Ausweg. Ein furchtbares Gefühl! Ich hoffe, dass es dir im Leben nicht oft so gehen wird, denn das sind die tiefsten Täler, die es gibt. Und dann darfst du nicht klagen? Hilft es, wenn Menschen in so einem Moment sagen, ach, es kommen schon wieder bessere Zeiten, steh einfach auf und mach weiter? Nicht meckern, einfach machen. Du musst einfach drüber weg. Mach dir doch nicht so einen Kopf. Soll ich noch weitermachen? Es gibt Dutzende, Hunderte gut gemeinte Klischees wie diese, weil Menschen einfach nicht wissen, wie sie mit so einer tiefen Leere umgehen sollen. Wie soll jemand Trost bieten, wo es eigentlich nichts mehr zu bieten gibt… Das ist unmöglich. Was aber geht: zuhören, und die Situation ernst nehmen. Dem, was da ist, Raum geben. Da sein dürfen, ohne gleich eine Lösung zu verlangen. Der Einzige, der damit wirklich umgehen kann, ist Jesus. Gott ist nämlich nicht zeitgebunden, und Er ist allmächtig. Er kennt jede Ecke deines Herzens und auch den Weg, der vor dir liegt, und wenn du dein Vertrauen auf Ihn setzt, wird Er dir Ausblick geben, aus ganz unerwarteten Ecken. Er wartet nur noch auf dein Vertrauen und auf dein “Go”.

Okay, du brauchst also Raum, um die Verzweiflung bestehen zu lassen, aber irgendwann kommt auch der Entschluss, wieder aufzustehen. Beides ist wichtig: Wer nur ausweicht, verarbeitet nichts, und wer nur im Schmerz bleibt, kommt nicht voran.

Wann genau dieser Moment da ist, ist für jeden unterschiedlich. Ein Anzeichen kann sein, dass das Klagen selbst nichts Neues mehr bringt. Solange Klage etwas verarbeitet, verändert sie sich: deine Gedanken werden klarer, ehrlicher, manchmal sogar ruhiger. Wenn sie dagegen anfängt, sich immer wieder gleich anzufühlen, dieselben Sätze, dieselbe Wucht, ohne dass sich irgendetwas löst, ist das eher Grübeln als Klage. Das ist oft der Moment, an dem man merkt, jetzt reicht es fürs Erste.

Und so kann man lernen und wachsen aus einer sehr schwierigen Zeit oder Situation. Es ernst nehmen, damit umgehen, aufstehen und mit neuem Mut weitergehen. Einfache Worte, aber in der Realität ein wirklich intensiver Weg. Am Anfang hast du gelesen, dass Klage in unserer Kultur nicht so normal oder erwünscht ist, aber es gibt Kulturen, in denen das ganz anders ist. Im Nahen Osten zum Beispiel ist Klage ein wichtiger Teil der Kultur.

Du hast bestimmt schon mal von der Klagemauer in Jerusalem gehört. Seit Jahrhunderten kommen Menschen genau dorthin, um über Verlust und Zerstörung zu klagen, laut, sichtbar, manchmal unter Tränen. Es ist kein Ort, an dem man Klage verstecken muss. Es ist ein Ort, der eigens dafür gemacht ist.

In der Bibel gibt es so viele Beispiele zum Thema Klage. Ein ganzes Buch ist sogar der Klage gewidmet. Und in den Psalmen ist ein großer Teil mit Klage verwoben, zusammen mit Lob und Dankbarkeit.

Klagepsalmen in der Bibel folgen oft einem klaren Aufbau: erst die Anrede an Gott, verbunden mit der Klage, dann eine Bitte um Hilfe, und erst zum Schluss der Umschwung zu Vertrauen und Lob. Psalm 13 zeigt das schön, weil er so kurz ist. Er beginnt mit der Klage, “HERR, wie lange willst du mich so ganz vergessen?”, dann die Bitte, “Schaue doch und erhöre mich, HERR, mein Gott!”, und erst im letzten Vers der Umschwung, “Ich traue aber darauf, dass du so gnädig bist; … Ich will dem HERRN singen, dass er so wohl an mir tut.” David ist dabei am Ende genauso bedrängt wie am Anfang, das Vertrauen und Lob kommen nicht, weil sich die Lage geändert hat, sondern weil er sich entscheidet, es trotzdem auszusprechen.

Interessant ist auch, wie die Klagepsalmen selbst das lösen. Fast alle haben irgendwann einen Bruch, ein einziges Wort oft, “aber”. Aber ich will auf dich hoffen. Aber ich vertraue dir. Dieses Aber kommt fast nie, weil sich die Umstände geändert haben. Es ist eine Entscheidung, mitten in der unveränderten Lage trotzdem laut zu sagen: ich vertraue trotzdem. Man wartet also nicht, bis man es fühlt, man spricht es zuerst aus, und das Gefühl folgt manchmal erst hinterher.

Praktisch heißt Weitergehen meistens etwas ganz Kleines. Nicht die große Lösung, sondern der nächste kleine Schritt, aufstehen, jemandem davon erzählen, wieder anfangen, etwas zu tun, auch wenn sich nichts wirklich verändert hat. Man muss sich nicht gut fühlen, um weiterzugehen. Man geht einfach weiter, und das Vertrauen wächst oft erst dabei.

Ein Bild dafür ist Josef im ersten Buch Mose. Er wurde von seinen eigenen Brüdern verkauft, verleumdet, ins Gefängnis geworfen, jahrelang vergessen. Nichts davon war fair. Aber am Ende sagt er zu seinen Brüdern:

“Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen …” (1. Mose 50,20)

Josef verschweigt sein Leid nicht. Er nennt es beim Namen. Aber er bleibt nicht darin stecken. Er sieht, dass Gott alles in der Hand hatte, sogar das, was am meisten wehtat.

Das heißt nicht, dass jede Geschichte so endet, wie wir es uns wünschen. Nicht jede Krankheit wird geheilt. Nicht jedes Problem findet eine gute Lösung. Aber wir dürfen trotzdem darauf vertrauen, dass Gott alles in Seiner Hand hat und es zum Guten wenden kann, auch wenn wir den Grund dafür nie sehen werden. Es gibt unglaublich viele Bibelverse, darunter sehr viele Psalmen, aber auch Beispiele im Neuen Testament, die davon sprechen, wie Gott immer für uns da ist, wie gut Er uns kennt und wie sehr Er uns liebt. Zwei kurze und leicht zu merkende Verse sind diese:

“Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch.” (1. Petrus 5,7)

“Fürchte dich nicht, ich bin mit dir; weiche nicht, denn ich bin dein Gott. Ich stärke dich, ich helfe dir auch, ich halte dich durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit.” (Jesaja 41,10)

Klage ruhig. Sprich aus, was wehtut. Aber bleib nicht für immer stehen. Sammel irgendwann neuen Mut, leg dein Herz noch einmal in Seine Hände, und geh weiter, im Vertrauen, dass Er es gut macht.


 English

The Art of Lamenting

Song: Lament (ENG) – Created with AI assistance

Audio: The Art of Lamenting

Grumbling is something different from lament. We grumble quickly, extensively, and it’s basically seen as completely normal. Who doesn’t grumble about the weather (too warm, too cold, too wet, too dry), the train running late again, the neighbors with their music too loud again? But we barely dare to really lament, or maybe we can’t really do it at all, because we never learned how. In our culture, lament quickly counts as weakness, something better kept to yourself, or pushed away again fast. In that, our culture differs enormously from some other cultures in the Middle East.

The difference is actually simple: grumbling has no goal and isn’t directed at anyone. You go in circles without it leading anywhere. Lament, on the other hand, is directed at something or someone, it has a goal, and it looks for a way out, not just relief.

We often say we’re not allowed to lament. But why not, really? We simply have different feelings. Sometimes we’re cheerful, sometimes we’re not. Sometimes a situation is just hard, and you feel sad, hurt, or disappointed. Why shouldn’t you be allowed to say that out loud? It helps. Sometimes it’s fine to linger in it for a while, and that’s actually healthy.

There’s a psychological explanation for that too, I’ve read. The effect is apparently called ‘affect labeling’: when you name a feeling clearly, I am hurt, this feels unfair, I feel completely stressed, at a loss, and so on, activity measurably calms down in the part of the brain that governs fear and stress, the amygdala. The feeling stays real, but it loses some of its overwhelming force, simply because it gets put into words.

Whoever suppresses negative feelings permanently instead usually doesn’t get rid of them anyway, just by detour, as rumination, as tension, as poor sleep. The feeling doesn’t disappear, it just shifts. You need moments where you truly turn toward the despair, and moments where you turn back toward everyday life.

Let’s go one step back to a short word I just mentioned. ‘Despair’. Do you know that feeling? Complete hopelessness, where you’re stuck in the middle of a situation and simply see no light. No hope. No way out. A terrible feeling! I hope this won’t come up often in your life, because these are the deepest valleys there are. And then you’re not allowed to lament? Does it help when people say in a moment like that, ‘oh, better days are coming, just get up and keep going’? ‘Don’t complain, just do it.’ ‘You just have to push through it.’ ‘Don’t make such a big deal of it.’ Should I keep going? There are dozens, hundreds of well-meant clichés like this, because people simply don’t know how to deal with that kind of emptiness.

How is anyone supposed to offer comfort where there’s really nothing left to offer… That’s impossible too. What we can do is listen, and take the situation seriously. Give room to whatever is there. Be allowed to exist, without demanding an immediate solution. The only one who can truly handle it is Jesus. God is, after all, not bound by time, and He’s almighty. He knows every corner of your heart, and He also knows the road ahead of you, and when you place your trust in Him, He will give you a way forward, from the most unexpected places. He’s only waiting for your trust, and for your “Go.”

Okay, so you need room to let the despair exist, but at some point the decision also comes to get back up. Both matter: someone who only avoids, processes nothing, and someone who only stays in the pain, doesn’t move forward.

Exactly when that moment arrives is different for everyone. One sign can be that the lamenting itself stops bringing anything new. As long as lament is processing something, it changes: your thoughts become clearer, more honest, sometimes even calmer. But if it starts to feel the same over and over, the same sentences, the same weight, without anything shifting, that’s rumination rather than lament. That’s often the moment you notice, that’s enough for now.

And that’s how you can learn and grow from a very difficult time or situation. Taking it seriously, dealing with it, standing up, and moving forward with new courage. Simple words, but in reality a truly intense path. Earlier you read that lament isn’t seen as normal or welcome in our culture, but there are cultures where that’s simply not the case. In the Middle East, for example, lament is an important part of the culture.

You’ve probably heard of the Western Wall in Jerusalem. For centuries, people have come there specifically to lament loss and destruction, loudly, visibly, sometimes in tears. It’s not a place where you have to hide your lament. It’s a place made exactly for that.

The Bible has so many examples on the theme of lament. A whole book is even devoted to lament. And in the Psalms, a large part is woven together with lament, alongside praise and gratitude.

Lament psalms in the Bible often follow a clear structure: first an address to God, tied to the lament itself, then a request for help, and only at the end the turn toward trust and praise. Psalm 13 shows this beautifully, because it’s so short. It begins with the lament, “How long, Lord? Will you forget me for ever?”, then the request, “Look on me and answer, Lord my God”, and only in the last verse the turn, “But I trust in your unfailing love; … I will sing the Lord’s praise, for he has been good to me.” David is just as hard pressed at the end as at the beginning, the trust and praise don’t come because the situation changed, but because he decides to voice it anyway.

What’s also interesting is how the lament psalms themselves resolve that. Almost all of them have a break at some point, often a single word, “but.” But I will hope in you. But I trust you. This “but” almost never comes because circumstances have changed. It’s a decision, to say out loud in the middle of an unchanged situation, I trust anyway. So you don’t wait until you feel it, you say it first, and the feeling sometimes follows only afterward.

Practically, moving forward usually means something quite small. Not the big solution, but the next small step, getting up, telling someone about it, starting again to do something, even if nothing has really changed. You don’t have to feel good in order to move forward. You just keep going, and trust often only grows along the way.

A picture for this is Joseph in the book of Genesis. He was sold by his own brothers, slandered, thrown into prison, forgotten for years. None of it was fair. But in the end he says to his brothers:

“You intended to harm me, but God intended it for good …” (Genesis 50:20)

Joseph doesn’t hide his suffering. He names it. But he doesn’t stay stuck in it. He sees that God had it all in his hand, even the part that hurt the most.

That doesn’t mean every story ends the way we wish it would. Not every illness is healed. Not every problem finds a good solution. But we may still trust that God holds it all in his hand and can turn it toward good, even if we never see the reason why. There are an incredible number of Bible verses, among them many psalms, but also examples in the New Testament, that speak of how God is always there for us, how well He knows us, and how much He loves us. Two short and easy verses to remember are these:

“Cast all your anxiety on him because he cares for you.” (1 Peter 5:7)

“So do not fear, for I am with you; do not be dismayed, for I am your God. I will strengthen you and help you; I will uphold you with my righteous right hand.” (Isaiah 41:10)

Lament freely. Say out loud what hurts. But don’t stay standing there forever. At some point gather new courage, place your heart in His hands once more, and keep going, trusting that He will make it good or turn the situation for good.


Nederlands

De kunst van het klagen

Song: Klagen (NL) – Created with AI assistance

Audio: De kunst van het klagen

Goed klagen is een kunst.

Mopperen is iets anders dan klagen. We mopperen snel, uitgebreid en eigenlijk wordt het als volkomen vanzelfsprekend gezien. Wie moppert er nu niet over het weer (te warm, te koud, te nat, te droog), de trein die weer vertraging heeft, de buren die alweer de muziek zo hard hebben staan. Maar echt klagen durven we bijna niet, of misschien kunnen we het ook niet echt, omdat we dat nooit hebben geleerd. In onze cultuur geldt klagen al snel als zwakte, als iets wat je beter voor jezelf houdt of snel weer wegstopt. Daarin verschilt onze cultuur enorm van sommige andere culturen in het Midden-Oosten.

Het verschil is eigenlijk simpel: mopperen heeft geen doel en richt zich tot niemand. Je draait in kringetjes rond, zonder dat het ergens toe leidt. Klagen daarentegen richt zich tot iets of iemand, het heeft een doel, en het zoekt een uitweg, niet alleen opluchting.

We zeggen vaak dat we niet mogen klagen. Maar waarom eigenlijk niet? We hebben nu eenmaal verschillende gevoelens. Soms zijn we blij, soms juist niet. Soms is een situatie gewoon moeilijk, en voel je je verdrietig, gekwetst of teleurgesteld. Waarom zou je dat niet mogen uitspreken? Het doet goed. Soms mag je er gewoon even in verblijven, en dat is ook gezond.

Daar bestaat trouwens ook een psychologische verklaring voor, heb ik gezien. Het effect heet schijnbaar ‘affect labeling’: als je een gevoel concreet benoemt, ik ben gekwetst, dit voelt oneerlijk, ik voel me enorm gestrest, radeloos, enzovoort, kalmeert meetbaar de activiteit in het deel van de hersenen dat angst en stress aanstuurt, de amygdala. Het gevoel blijft echt, maar het verliest een deel van zijn overweldigende kracht, simpelweg doordat het woorden krijgt.

Wie negatieve gevoelens in plaats daarvan blijvend wegdrukt, raakt ze meestal toch niet kwijt, alleen via een omweg, als gepieker, als spanning, als slechte slaap. Verdwijnen doet het niet, het verschuift alleen. Je hebt momenten nodig waarop je je echt tot de wanhoop wendt, en momenten waarop je je weer tot het dagelijks leven wendt.

Maar even terug naar een kort woord dat ik zo tussen neus en lippen door noemde. Wanhoop. Ken je dat gevoel? Totale vertwijfeling, waarbij je midden in een situatie zit en gewoon geen licht ziet. Geen hoop. Geen uitkomst. Een verschrikkelijk gevoel! Ik hoop dat het je in je leven niet vaak zal overkomen, want dit zijn de diepste dalen die er zijn. En dan mag je niet klagen? Helpt het, wanneer mensen op zo’n moment zeggen, ach, er komen weer betere tijden, sta gewoon op en ga verder? Niet mekkeren, gewoon doen. Zet je er maar overheen. Maak je toch niet zo druk. Zal ik nog even doorgaan? Er zijn tientallen, honderden goedbedoelde clichés zoals dit, omdat mensen simpelweg niet goed weten om te gaan met zo’n diepe leegte. Hoe kan iemand troost bieden waar eigenlijk niets meer te bieden is… Dat is onmogelijk. Wat wel kan: luisteren, en de situatie serieus nemen. Ruimte geven aan wat er is. Er mogen zijn, zonder meteen een oplossing te eisen. De enige die daar werkelijk mee om kan gaan, is Jezus. God is namelijk niet aan tijd gebonden, en Hij is almachtig. Hij kent iedere hoek van je hart en ook de weg die voor je ligt, en wanneer je je vertrouwen op Hem zet, zal Hij je uitzicht geven, vanuit hele onverwachte hoeken. Hij wacht alleen nog op jouw vertrouwen en op jouw “Go”.

Oké, je hebt dus ruimte nodig om de wanhoop te laten bestaan, maar op een gegeven moment komt ook het besluit om weer op te staan. Beide zijn belangrijk: wie alleen maar vermijdt, verwerkt niets, en wie alleen in de pijn blijft hangen, komt niet vooruit.

Wanneer dat moment precies aanbreekt, verschilt per persoon. Een teken kan zijn dat het klagen zelf niets nieuws meer oplevert. Zolang klagen iets verwerkt, verandert het: je gedachten worden helderder, eerlijker, soms zelfs rustiger. Maar zodra het steeds hetzelfde begint te voelen, dezelfde zinnen, dezelfde lading, zonder dat er iets oplost, is dat eerder gepieker dan klagen. Dat is vaak het moment waarop je merkt: het is voor nu genoeg.

En zo kun je leren en groeien uit een heel moeilijke tijd of situatie. Het serieus nemen, ermee omgaan, opstaan en met nieuwe moed verdergaan. Eenvoudige woorden, maar in werkelijkheid een heel intens proces… In het begin heb je gelezen dat klagen in onze cultuur niet zo normaal of gewenst is, maar er zijn culturen waar dit helemaal niet het geval is. In het Midden-Oosten bijvoorbeeld is klagen een belangrijk deel van hun cultuur.

Je hebt vast wel eens gehoord van de Klaagmuur in Jeruzalem. Al eeuwenlang komen mensen daar juist naartoe om te klagen over verlies en verwoesting, luid, zichtbaar, soms onder tranen. Het is geen plek waar je je klacht moet verbergen. Het is een plek die er precies voor gemaakt is.

In de Bijbel staan zoveel voorbeelden over klagen. Er is zelfs een heel boek aan klagen gewijd. En in de Psalmen is een groot deel verweven met klagen, samen met lof en dankbaarheid.

Klaagpsalmen in de Bijbel volgen vaak een duidelijke opbouw: eerst de aanspraak tot God, verbonden met de klacht, dan een verzoek om hulp, en pas op het einde de omslag naar vertrouwen en lof. Psalm 13 laat dat mooi zien, omdat hij zo kort is. Hij begint met de klacht, “HERE, bent U mij helemaal vergeten?”, dan het verzoek, “Kijk toch naar mij om, HERE, en laat mij eens iets van U mogen merken”, en pas in het laatste vers de omslag, “Maar ik stel al mijn vertrouwen op uw goedheid en liefde. … Ik wil een loflied voor de HERE zingen, want Hij helpt mij altijd.” David wordt aan het einde nog net zo bedreigd als aan het begin, het vertrouwen en de lof komen niet omdat de situatie is veranderd, maar omdat hij ervoor kiest het toch uit te spreken.

Interessant is ook hoe de klaagpsalmen dat zelf oplossen. Bijna allemaal hebben ze op een gegeven moment een breuk, vaak één enkel woord, “maar”. Maar ik zal op U hopen. Maar ik vertrouw op U. Dit “maar” komt bijna nooit omdat de omstandigheden zijn veranderd. Het is een keuze, om midden in de onveranderde situatie toch hardop te zeggen: ik vertrouw toch. Je wacht dus niet tot je het voelt, je spreekt het eerst uit, en het gevoel volgt soms pas daarna.

Praktisch gezien betekent verdergaan meestal iets heel kleins. Niet de grote oplossing, maar de volgende kleine stap, opstaan, het aan iemand vertellen, weer beginnen iets te doen, ook al is er eigenlijk niets echt veranderd. Je hoeft je niet goed te voelen om verder te gaan. Je gaat gewoon verder, en het vertrouwen groeit vaak pas onderweg.

Een beeld hiervoor is Jozef in het boek Genesis. Hij werd door zijn eigen broers verkocht, belasterd, gevangengezet, jarenlang vergeten. Niets daarvan was eerlijk. Maar aan het einde zegt hij tegen zijn broers:

“Ik geloof dat God jullie slechte bedoelingen heeft omgebogen tot iets goeds …” (Genesis 50:20)

Jozef verzwijgt zijn leed niet. Hij benoemt het. Maar hij blijft er niet in steken. Hij ziet dat God alles in de hand had, zelfs het deel dat het meeste pijn deed.

Dat betekent niet dat elk verhaal eindigt zoals wij het zouden willen. Niet elke ziekte wordt genezen. Niet elk probleem vindt een goede oplossing. Maar we mogen er toch op vertrouwen dat God alles in Zijn hand heeft en het ten goede kan keren, ook als we de reden daarvoor nooit zullen zien. Er zijn ontzettend veel Bijbelverzen, waaronder heel veel psalmen, maar ook voorbeelden in het Nieuwe Testament, waarin gesproken wordt over hoe God er altijd voor ons is, hoe goed Hij ons kent en hoeveel Hij van ons houdt. Twee korte en gemakkelijke verzen om te onthouden zijn deze:

“Geef al uw zorgen en problemen over aan God, want Hij houdt van u en zorgt voor u.” (1 Petrus 5:7)

“Wees niet bang, want Ik ben met u. Kijk niet angstig om u heen, want Ik ben uw God. Ik zal u kracht geven en u helpen, Ik zal u overeind houden met mijn heilrijke rechterhand.” (Jesaja 41:10)

Klaag gerust. Spreek uit wat pijn doet. Maar blijf niet voor altijd stilstaan. Verzamel op een gegeven moment nieuwe moed, leg je hart nog een keer in Zijn handen, en ga verder, in het vertrouwen dat Hij het goedmaakt of de situatie ten goede keert.


Text & Image: Sandra Charmant





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