Eine Meinung oder ein Urteil
(DEUTSCH, ENGLISH, NEDERLANDS)

Vor vielen Jahren waren wir einmal bei einer Bibelstunde. Zur Einführung wurden wir gefragt, wer wir gern für einen Tag sein würden. Eigentlich ist das eine sehr schöne Frage zum Nachdenken, ich lade dich ein, es selbst einmal zu überlegen. Eine Antwort ist mir jedoch besonders im Gedächtnis geblieben, sogar nach all den Jahren. Ein Mann sagte, „Ich würde gern für einen Tag meine Frau sein.“ Alle mussten ein wenig schmunzeln, doch die Absicht dahinter war schön und tief. Er erklärte, dass er seine Frau besser verstehen wollte, wie sie denkt und fühlt und warum sie auf eine bestimmte Weise reagiert. Außerdem würde er sich selbst gern einen Tag lang durch die Augen seiner Frau sehen. Das nenne ich echten Mut.

Es ist ein schönes Beispiel dafür, ehrlich zuzugeben, dass wir einen anderen Menschen nicht vollkommen verstehen können. Es spielen so viele Faktoren eine Rolle. Bei uns selbst können wir diese Faktoren oft benennen, doch es ist viel schwieriger, die Gedanken und die Situation eines anderen wirklich zu verstehen und vor allem zu akzeptieren, dass jemand anders ist als wir.

Meistens gelingt es uns ganz gut, damit umzugehen, wenn eine Situation nachvollziehbar ist, wenn wir selbst noch einigermaßen damit leben können und wenn wir uns dadurch nicht bedroht fühlen. Doch es kann auch passieren, dass kein Verständnis mehr für den anderen vorhanden ist und Beziehungen ernsthaft beschädigt werden, weil sich ein Urteil gebildet hat. Wenn es dann keine Meinung mehr ist, sondern ein ablehnendes Urteil, dann wird daraus eine Verurteilung. Das ist schädlich und negativ, sowohl für den einen als auch für den anderen.

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit dem Urteil, mit dem ihr urteilt, werdet ihr selbst gerichtet werden. Matthäus 7, 1–2

Deutlicher kann es kaum gesagt werden. Es ist eine ernste Warnung, nicht an den Punkt zu kommen, andere zu verurteilen. Gleichzeitig ist es eine Aufforderung, uns selbst immer wieder zu prüfen. Mit anderen Worten, sei vorsichtig, wenn du den anderen zurechtweist, denn wir können sehr leicht selbst in die gleiche Situation geraten. Niemand sollte sich über einen anderen stellen oder sich besser fühlen als jemand anders. Auch wir selbst können plötzlich in eine schwierige Lage kommen. Es gibt ein Wort, das in solchen Momenten schnell auftaucht, Heuchelei. Es ist ein starkes Wort, doch es hat auch große Konsequenzen, wenn es Wirklichkeit wird. Es schleicht sich ein, wenn unsere Meinungen wichtiger werden als der Mensch, der uns gegenübersteht.

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht. Matthäus 7, 3–5

Unser Denken urteilt ständig, um Situationen zu verstehen und Entscheidungen zu treffen. Es ist im Grunde eine Abwägung oder eine Schlussfolgerung, die wir ziehen. Der Mann aus der Bibelstunde tat genau das. Auch sein Denken versuchte in der Beziehung zu seiner Frau möglichst gut abzuwägen, wie er mit den schwierigeren Dingen umgehen sollte. Doch zuerst entschied er sich, nicht auf das zu schauen, was ihn ärgerte oder was seine Frau ‘falsch’ machte. Er begann mit Selbstprüfung. In seinem Denken ging das Urteilen daher in zwei Richtungen.

In der Bergpredigt, Matthäus 5 bis 7, gibt Jesus viele Beispiele dafür, wie wir miteinander leben können und wie wir dem anderen begegnen sollen. Sein Weg führt zu einem gemeinsamen Ziel, gemeinsam ein friedliches Leben aufzubauen. Es geht vor allem um unsere innere Haltung und um die Liebe zu anderen Menschen, nicht nur darum, Regeln zu befolgen. Jesus betont das nicht nur in der Bergpredigt, sondern immer wieder in seinem ganzen Unterricht. Entscheidend ist, was in unserem Herzen geschieht. Das Herz ist nicht nur ein körperliches Organ, es steht auch für das Innere des Menschen, für das, was wir wirklich denken, wollen und fühlen. Es ist die Quelle unserer Gedanken, unserer Entscheidungen und schließlich unseres Handelns. Und genau das sieht er.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Matthäus 22, 39

Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest.
Matthäus 7, 12

Diese Aussage von Jesus wird von vielen Menschen zitiert und oft die Goldene Regel genannt, und das zu Recht. Es ist ein kurzer, aber sehr tiefgründiger Satz mit großer Wirkung. Außerdem lädt er zu gesunder Selbstreflexion ein. Genau das brauchen wir in Gesprächen, in denen wir einander auf unser Denken und Handeln ansprechen. Es geht darum, andere mit derselben Fürsorge und demselben Respekt zu behandeln, den wir auch für uns selbst wünschen. Auf diese Weise kann ein neues Verständnis entstehen und wir können wachsen. Denn von einem guten Gespräch profitieren am Ende beide.

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English

An opinion or a judgment

Recently I saw workers from a municipal service removing large amounts of shrubs Years ago we attended a Bible study. As an introduction we were asked who we would like to be for a day. It is actually a very nice question to think about, I challenge you to try it yourself. One answer has stayed with me ever since. Even after all these years. A man said, “I would like to be my wife for a day.” Everyone chuckled a little, but the intention behind it was beautiful and meaningful. He explained that he wanted to understand her better, how she thinks and feels and why she reacts in a certain way. He also said that he would like to see himself for a day through the eyes of his wife. That is what I call courage.

It is a beautiful example of daring to admit that we are not able to understand another person perfectly. There are so many factors that play a role. When it comes to ourselves we can often name those factors, but it is much more difficult to understand the thoughts and the situation of someone else, and especially to accept that someone may be different from us.

Most of the time we can handle this quite well, if the situation is understandable, if we ourselves can still live with it to some degree and if we do not feel threatened by it. But sometimes it happens that there is no longer any understanding for the other person and relationships become seriously damaged because a judgment has been formed. When it is no longer just an opinion but a disapproving judgment, it becomes condemnation. That is harmful and negative, both for one person and for the other.

Do not judge, so that you will not be judged. For in the same way you judge others, you will be judged yourselves. Matthew 7, 1–2

How clearly this is said to us. It is a serious warning not to reach the point of condemning others. It is also a call to continue examining ourselves. In other words, be careful when correcting someone else, because we may very easily find ourselves in the same position. No one should place themselves above another person or feel better than someone else. We ourselves can suddenly end up in a difficult situation. There is a word that often appears in such moments, hypocrisy. It is a strong word, but it also has serious consequences when it shows itself. It quietly enters when our opinions become more important than the person standing in front of us.

Why do you look at the speck in your brother’s eye, but fail to notice the plank in your own eye. Matthew 7, 3–5

Our brains constantly form judgments in order to understand situations and make decisions. It is simply a weighing of things, a conclusion we make. The man from the Bible study did the same. His mind was also trying to weigh carefully how he should deal with the more difficult aspects of his relationship with his wife. But first he chose not to focus on what irritated him or on what his wife did ‘wrong’. Instead he began with self examination. In his thinking the judging moved in two directions.

In the Sermon on the Mount, Matthew 5 to 7, Jesus gives many examples of how we should live with one another and how we should approach other people. His way leads to a shared goal, building a peaceful life together. It is mainly about our inner attitude and about love for others, not only about following rules. Jesus emphasizes this not only in the Sermon on the Mount, but again and again throughout His teaching. What happens in our hearts truly matters. The heart is not only a physical organ, it also represents the inner life of a person, what we truly think, want and feel. It is the source of our thoughts, our choices and ultimately our behavior. And that is what He sees.

Love your neighbor as yourself. Matthew 22, 39

Treat others as you want to be treated. Matthew 7, 12

This statement of Jesus is used by many people and is often called the Golden Rule, and rightly so. It is a short but profound statement with great impact. It also encourages healthy self reflection. And that is exactly what we need in conversations where we speak with one another about our thinking and our actions. The point is that we treat others with the same care and respect that we have for ourselves. In that way new insight into a situation can arise and we can grow. Because a good conversation benefits both people.

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Nederlands

Een mening of een oordeel?

Jaren geleden waren we bij een bijbelstudie. Als inleiding werd ons gevraagd, wie wij voor een dagje zouden willen zijn. Dat is trouwens heel leuk om eens over na te denken, ik daag je uit! Maar één antwoord is blijven hangen. Zelfs na al die jaren. Een man zei: “Ik zou voor een dagje mijn vrouw willen zijn”. Iedereen moest een beetje gniffelen, maar de intentie erachter was mooi en diep. Hij legde uit dat hij haar beter wilde leren begrijpen, hoe ze in elkaar zat, waarom ze op een bepaalde manier reageerde. Bovendien zou hij zichzelf graag een dagje door de ogen van zijn vrouw willen zien. Dat noem ik pas durven!

Het is een heel mooi voorbeeld van eerlijk durven te zijn over onze onkunde de ander perfect te begrijpen. Er zijn ook zoveel factoren die meespelen. Bij onszelf kunnen we deze factoren vaak wel benoemen, maar het is moeilijker om de gedachten en situatie van de ander te doorgronden en vooral om begrip te hebben voor het anders zijn.

Meestal kunnen we hier wel aardig mee omgaan. Als de problematiek te begrijpen valt, als het er voor onszelf nog enigermate mee door kan en we onszelf er niet door ‘bedreigd’ voelen. Maar het kan ook zo zijn, dat er geen begrip meer is voor de ander en relaties ernstig verstoord raken omdat er een oordeel over iets gevormd is. Wanneer het vervolgens geen mening meer is, maar een afkeurend oordeel, hebben we te maken met een veroordeling. Dat is schadelijk en negatief, zowel voor de een als voor de ander.

Oordeelt niet, opdat u niet geoordeeld wordt. Want met het oordeel waarmee u oordeelt, zult u zelf geoordeeld worden. Matteüs 7:1–2

Hoe duidelijk kan het ons gezegd worden! Dit is een serieuze waarschuwing om niet tot dat punt van veroordeling te komen. Het is ook een oproep om onszelf te blijven onderzoeken. Er wordt gezegd “wees voorzichtig om de ander de les te lezen, want wij kunnen heel gemakkelijk op de plek van die ander komen te staan.” Niemand mag zich boven een ander zetten en zich beter dan de ander voelen. Je kunt zelf namelijk zomaar in een moeilijke situatie terecht komen. Er is een woord dat op zulke momenten op de loer ligt: hypocrisie. Het is een groot woord, maar het heeft ook grote consequenties wanneer het zich manifesteert! Het sluipt erin, wanneer onze meningen belangrijker worden dan de mens die we tegenover ons hebben.

Waarom kijkt u naar de splinter in het oog van uw broeder, maar merkt u de balk in uw eigen oog niet op? Matteüs 7:3–5

Je brein ‘oordeelt’ voortdurend om situaties te begrijpen en beslissingen te nemen. Het is simpelweg een afweging of conclusie die je maakt. Onze vriend in de bijbelstudie deed dat ook. Ook zijn brein was in de relatie tot zijn vrouw bezig om zo goed mogelijk af te wegen hoe hij met de moeilijkere dingen om moest gaan. Maar hij koos er op de eerste plaats voor niet te kijken naar wat hem ergerde of wat zijn vrouw ‘fout’ deed. Hij was op de eerste plaats met zelfonderzoek bezig. Het oordelen binnen zijn brein ging twee kanten op.

Jezus gaf in de Bergrede (Matheus 5-7) heel veel voorbeelden over hoe wij met elkaar zouden moeten/kunnen leven, hoe wij tegenover de ander zouden moeten/kunnen staan. Zijn manier leidt tot een gezamenlijk doel: samen een vreedzaam bestaan opbouwen. Het gaat vooral om die innerlijke houding en liefde voor anderen, niet alleen over regels volgen. Jezus benadrukt dit niet alleen in de Bergrede, maar Hij benadrukt altijd weer hoe belangrijk het is wat er in ons hart en met ons hart gebeurt. Het hart is niet alleen een lichamelijk orgaan, maar het is vooral het innerlijke van de mens, wat je echt denkt, wilt en voelt. Het is de bron van onze gedachten, keuzes en uiteindelijk ons gedrag. En dat is wat Hij ziet.

Heb je naaste lief als jezelf. Mattheüs 22:39

Behandel de ander zoals je zelf behandeld wilt worden. Matteus 7:12

Deze uitspraak van Jezus wordt door heel veel mensen gebruikt en het wordt wel de Gouden Regel genoemd. En terecht. Het is een kernachtige en diepzinnige uitspraak met een enorme impact. Het zet bovendien aan tot gezonde zelfreflectie. En dat is precies wat we nodig hebben in een gesprek waar we elkaar op ons denken en handelen aanspreken. Het gaat erom dat we anderen behandelen met dezelfde zorg en respect als we voor onszelf hebben. Op die manier kan er een nieuw inzicht in de situatie ontstaan en kunnen we groeien. Want van een goed gesprek wordt je beiden beter van!

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Text & Artwork: Miriam Charmant-van Vliet





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